Platt, einfach platt. Nachdem Steffi mich gestern Abend beim Texten – meine Antworten kamen immer recht verzögert – fragte, ob ich eingeschlafen wäre, musste ich dies bejahen. Einfach eingeschlafen. Das passierte mir danach dann nochmal und um zwanzig vor zwei machte ich mich dann doch auch bettfertig. Ich schlief dann auch länger als sonst und würde erst kurz vor acht wach. Macht nix, für heute war ohnehin nicht so viel eingeplant, sollte es doch die erste „Berg-Etappe“ geben. Frühstück war nicht mitgebucht, sollte den Bewertungen nach echt übel sein. Okay, dann gibt’s halt Frühstück im Supermarkt, das haben wir ja nun schon öfter erfolgreich praktiziert. So war es dann auch. Es konnte losgehen für heute.

Die Fahrtrichtung war Südwest und somit wieder genau gegen den Wind. Ich weiß, dass ich immer rumjaule wegen des Windes. Aber der kann einem auch echt die schönste Tour versauen. Ich hatte direkt nach zwei Kilometern schon keine Lust mehr. Und da war es noch nicht mal hügelig

Wieder ganz viel Gegend

Die Hügel kamen aber. Anfänglich war ich noch der Auffassung, das geht auch ohne Unterstützung und so kämpfte ich mich Anstieg um Anstieg weiter vorwärts. Dank meiner Lernresistenz und des nicht so genau Hinschauens bei der Routenplanung mit Komoot hatte ich dann wieder zwei Abschnitte von jeweils gut fünf Kilometern dabei, die im GPS gestrichelt dargestellt waren. Allerfeinster Mist. Mit Sahnehäubchen.

Die Straße wird gerade neu gebaut – Wellblech-Oberfläche, Gegenwind und bergauf

Jetzt kam der Antrieb ins Spiel. Das egalisierte den Wind und etwas von der Steigung. Anspruchsvoll war es trotzdem, speziell wenn es bergab ging. Denn auf dem Schotter ist bremsen durchaus spannend. Ohne Gepäck könnte man vielleicht einfach laufen lassen, aber da bin ich dann doch vielleicht zu sehr Schisser.

Kurz vor Vištytis

Auch das ging zum Glück vorbei und ich erreichte Vištytis. Ich fuhr durch das Dorf, um bei dem kleinen Tante-Emma-Laden einmal Zuckerwasser abzugreifen. Und schon hatte ich wieder so einen Rehpinscher an den Hacken. Zum Glück hatte der kurze Beine und ich konnte davonradeln. Ich schaute mir dann noch schnell die Kirche und das Gemeindezentrum an und fuhr dann weiter zum Campingplatz.

Vor dem Gemeindezentrum

Da hatte ich nun die Qual der Wahl. Zwei Campingplätze direkt nebeneinander. Bin dann zu dem mit der besseren Bewertung hingefahren. Die Betreiber sollen laut Rezension auch Deutsch sprechen, wie nett. Ich fuhr also auf den Platz, wie immer erstmal keiner da, das kennt man ja nun schon. Dann kommt ein älterer Herr und ich denke, wunderbar, jetzt geht’s los. Okay, Sprache schwierig. Englisch, Deutsch? Alles Fehlanzeige. Russisch? Sorry, ist bei mir dünn. Also Hände und Füße. Geht doch! Eine Nacht, genau, nur ich. Zack! €7,50 gelatzt und wo kann ich mich hinstellen? Egal – gut, das war fast klar. Wo denn die Duschen wären? Ja, nee, Dusche is‘ nich‘, Saison ist vorbei. Aha. Und wofür habe ich jetzt €7,50 abgedrückt?

Ansonsten sieht der Platz ganz nett aus. Auch wenn ich zeitweise überlegt habe, doch noch den anderen Platz anzusteuern oder direkt nach Polen weiterzufahren. Da wäre der nächste Platz aber erst in 50 km. Mist, das ist schon zu spät. Und feste Unterkünfte liegen alle so, das es einfach nur extra Fahrerei wäre, mich aber auf der Tour nicht weiter voran bringt. Was soll’s, gibt’s halt morgen eine Dusche. Oder übermorgen. Wer weiß das schon.

Der Wind drückt leider wieder ordentlich von der Seeseite her und so kann ich ärgerlicherweise nicht an diesem netten überdachten Tisch essen oder wirklich verweilen und siedele in der Folge ins Zelt über. Im Vorzelt kochen, auch mal ganz spaßig.

Über den See kann man nach Russland schauen

Tja, das war der Tag. Irgendwie unspektakulär. Das mit den Hügeln ist okay, ohne Wind würde das aber besser gehen. Deutlich besser. Mal gucken wie morgen wird, die Vorhersage kündigt noch mehr Wind an, also im Sinne von noch kräftiger. Heute waren es gut 44 km, wie weit ich morgen komme – keine Ahnung. Für den Grenzübertritt nach Polen wird’s reichen, dass sind nur noch zehn Kilometer bis dahin. Damit ändert sich die grundlegende Fahrtrichtung von Süd nach West. Ob das gut ist oder schlecht, werden die nächsten Tage zeigen.

Gesamtstrecke: 43160 m
Gesamtanstieg: 453 m
Gesamtzeit: 05:42:05
Download file: Track_2019-09-14.gpx

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