Maik hatte mich gestern Abend noch angetextet und mir seine Route durchgegeben. In der Folge versuchte ich nun, da etwas Kompatibles draus zu stricken, so dass wir unsere Verabredung – Wir sehen uns in Polen! – tatsächlich einhalten könnten. Gleichzeitig sollte weder heute noch morgen wieder so ein Gewaltritt werden wie gestern. Etwas hin, etwas her… ja, so könnte es gehen. Heute also von Nord nach Süd durch Masuren, um dann morgen zur Wolfsschanze fahren zu können – und zwar so, dass auch Zeit ist, sich die anzuschauen. Alles gepackt, raus aus der Stadt!

Fahrrad-Servicestation am Stadtrand

Ganz großartig fand ich die Servicestation für Fahrräder am Stadtrand. Die stand neben einer riesengroßen Tafel, welche Radwege es denn so gäbe. Da konnte ich meine Reifen mal mit einem Manometer prüfen und oha! Da geht ja doch nochmal ganz gut was rein. Komisch, danach rollte der Flying Otter auch direkt besser…

Einer der unendlich vielen Seen

Leider gab es an Anfang ständig Sprühregen, nix dolles, aber einfach schade. Ich habe Alleen dabei noch mehr zu schätzen gelernt als vorher. Da konnte ich immer mal wieder stoppen, um der Feuchtigkeit zu entgehen. Nach einer Weile kam ich in Gizycko (Lötzen) an, was einer der touristischen Hotspots der Masuren ist. Heute eher nicht so. Dafür stiebitzte die Sonne ein bisschen hervor.

Am Strand in Lötzen

Zuerst hatte ich mir gedacht, dass ich da dann eine ausgiebige Mittagspause mache, so dass abends Plastiknudeln reichen. Das erste angelaufene Strandcafe hatte direkt zu und ich direkt keine Lust weiter zu suchen. Also kurz was aus dem Rucksack und weiter geht’s.

Schwenkbrücke in Lötzen

Erst musste ich jedoch warten bis die Schwenkbrücke offen hatte. Glück gehabt! Nur sieben Minuten warten, das hätte auch anders ausgehen können… Ein sehr interessantes Schauspiel, wird die Brücke doch noch komplett per Hand betrieben. Also sowohl das Schwenken als auch die Schranken auf beiden Seiten – das dauerte ganz schön, bis der arme Mann da fertig ist.

Ein weiterer der auf dem Weg

Im Anschluss ging es weiter nach Mikolajki (Nikolaiken), welches an einem Arm des Śniardwy (Spirdingsee) liegt, der der größte der masurischen Seen ist. Nicht jedoch ohne dass mich der Kollege Wind erinnert daran erinnert hätte, dass er noch da ist und dass ich das, was ich vormittags von ihm verpasst hätte, jetzt bitte konzentriert nachholen dürfe. Das waren nun die letzten 20 Kilometer, das hätte er sich schenken können. Echt. Zum Glück konnte ich mir heute immer wieder das Grinsen ins Gesicht zurückbringen, indem ich an dieses Glas Tomatensauce im Supermarkt dachte: Sos Bolonski. Herrlich.

Fußgängerbrücke in Mikolajki

Der Campingplatz war dann schnell gefunden, dank der der Beschilderung im ganzen Ort – ADAC geprüfter Camperplatz! Und so war es dann auch. Nur Wohnmobile und nur Deutsche. Okay… Nachtruhe ist um zehn. Easy, hier ist seit sieben der Hund begraben.

Dann schnell zum Supermarkt, essen und Waschmittel kaufen, denn hier gibt’s eine Waschmaschine, deren Nutzung nichts kostet. Cool. Jetzt hab ich zwar meine nasse Wäsche im Dunkeln aufgehängt, aber vielleicht habe ich ja Glück und der Wind kooperiert. Zum Essen gab’s Tortellini mit Käse-Sahne-Sauce, selber gekocht, sehr lecker. Nur zu viel – stand ja auch drauf für zwei Personen, Idiot!

Mittlerweile hat Maik sich gemeldet, er ist nur noch eine Stunde entfernt und holt mich somit morgen früh ab, klasse! Morgen Nachmittag soll es regnen, aber zur Wolfsschanze sind es nur 40 km, da sollten wir vorher da sein. Heute waren es übrigens auch nur 65 km. Übermorgen geht’s dann zurück auf den Green Velo und damit weiter Richtung Heimat.

Gesamtstrecke: 64260 m
Gesamtanstieg: 444 m
Gesamtzeit: 06:06:02
Download file: Track_2019-09-16.gpx

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.